Herstellen von geätzten Platinen mit der „Direct-Toner Methode“

Langsam wirds auch Zeit, dass ich mich ans Herstellen einer geätzten Platinen heranwage, denn es sollte weniger Arbeit machen eine Schaltung aufzubauen, als auf Lochraster. Besonders wenn man die gleiche Schaltung mehrfach benötigt. Das habe ich auch gleich für mein erstes kleine Projekt vor. 4 Spannungswandler, welche eine Spannung im Bereich von 15-30 Volt Wechselspannung in stabilisierte 12 Volt Gleichspannung umwandeln.

Natürlich habe mich in die Thematik ausgiebig im Internet schlau gelesen und von 2 Methoden erfahren.

Einmal die „stinknormale“ Methode, indem man auf photobeschichteten Platinen mit einem Belichtungsgerät das Layout „aufbelichtet“ (durch eine durchsichtige Folie auf der das Layout gedruckt) und dann nach dem Belichtungsvorgang die Platine in einem Entwicklerbad entwickelt (an den unbelichteten Stellen, ist nun das Layout ersichtlich geschützt durch den Photolack). Danch kann man die Platine ganz normal in einer Ätzlösung ätzen.

Daneben gibt es noch die „Direkt-Toner Methode“, indem man auf nichtphotobeschichtete Platinen den Toner aufträgt und dieser statt dem Photolack als Ätzresist benutzt wird.

Ich habe mich für die Direkt-Toner Methode entschieden, da

* sowieso ein Laserdrucker her musste
* billigere Platinen
* schneller zur fertigen, da weder belichtet noch entwickelt werden muss.

Nachteile sind dann allerdings, das keine feinen Strukturen möglich sind <0,1 mm Leiterbahndicke ist entweder gar nicht oder nur mit Übung möglich. Einen weiteren Nachteil konnte ich bis jetzt noch nicht feststellen außer dass man eben einen Laserdrucker benötigt.

Als Laserdrucker benutze ich einen Samsung ML-1915 Laserdrucker schwarz-weiß mit Originaltoner.

Als Trägerpapier eignet sich anscheinend sehr gut das Papier aus dem Reicheltkatalog. Zumindest habe ich bis jetzt noch nichts anderes ausprobiert und kann das noch nicht so genau sagen. Auf das Papier druckt man dann ganz normal das Layout. Allerdings ist das Reicheltpapier sehr dünn und wird meist nicht von allen Druckern fehlerfrei eingezogen und wieder ausgeworfen und muss deshalb auf ein DinA4 Normalpapier geklebt werden. Erstaunlicherweiße funktioniert das beim Samsung ML-1015 sehr gut, was man anhand des nachfolgenden Videos sehen kann.

Bei Pollin habe ich dann ein „Startset“, Aceton, Leiterplatten und Ätzmittel bestellt

Das Starterset besteht aus einer Schale, ein paar normalen Platinen, einer Photobeschichteten Platine, Entwickler und das Ätzmittel Natriumpersulfat. Im nachhinein musste ich dann allerdings feststellen, dass das Starterset so gar nicht nötig war und mit 8,95 EUR nur unnötig teuer.

Auch musste ich feststellen, dass das 1 KG Leiterplattenset von Pollin zwar eine Menge Platinen erhält aber ich dann doch mehr bekommen habe als ich wollte. Die Platinen sind alle 2 Seitig beschichtet. 1 Seitige wären mir aber lieber gewesen. Naja aber man kann damit ja auch nich was anderes anstelen als nur zu Ätzen.

So wieder zurück zum wesentlichen.

Also das Layout wie schon besprochen auf das Reicheltpapier drucken und ausschneiden…

…dann aufbügeln…

…und in Wasser einweichen und das Papier abschrubben

Mein erster Versuch, welcher eindeutig mit zu wenig Hitze und zu kurz gebügelt wurde

Gut das ganze eben wieder mit Aceton entfernt und von vorne beginnen. Diesmal Bügeleisen auf „Full Power“ und 5 min Bügeln. Das Ergebnis kann sich im Gegensatz zum ersten Versuch sehen lassen:

Dann die Platine(n) ätzen. Dafür benutze ich einfach eine Kunststoffschale, welche in einem Wasserbad auf der optimalen Ätztemperatur (50°C) gehalten wird. Das Wasser mit dem Ätzmittel verfärbt sich nach einiger Zeit blau und das Kupfer ist dann auch nach einer Weile von der Platine runter:

Das Ergebnis, nachdem der Toner entfernt wurde:

Nurnoch ausschneiden und die Bauteile auflöten:

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